Interview mit Julia Weber, Mitarbeiterin im Personalentwicklungsbereich der ZF Friedrichshafen AG

Frau Weber, erstmal ganz allgemein gesprochen: Wie wichtig ist für Ihr Unternehmen das Thema Weiterbildung?

Weiterbildung ist essentiell für uns – gerade jetzt in der Digitalen Transformation hat das Thema Personalentwicklung wieder neue Fahrt aufgenommen und wird wichtiger denn je.

Wie hat sich E-Learning seit seiner Anfangszeit entwickelt? Worin sehen Sie die neuesten Entwicklungen?

Von E-Learning hat man sich zu Beginn versprochen, dass man nun keine Trainer und keine Facilitation-Costs mehr hat und auch dass Lernen nun automatisiert ablaufen kann. Man hat dabei leider den Lerner vergessen und auch sonst hat sich wenig von dem erfüllt, was man sich zunächst versprochen hat. E-Learning kann niemals irgendetwas ersetzen; es sollte vielmehr als weitere Möglichkeit gesehen werden, wie Inhalte einer bestimmten Zielgruppe zur Verfügung gestellt werden kann. E-Learning funktioniert am Besten in einem Blended-Learning Ansatz, also in der intelligenten Verzahnung verschiedener Lernformate und –Medien. Die neusten Entwicklungen sind sehr interessant aber per se nicht neu: Video ist weiterhin auf dem Vormarsch als etabliertes Lernmedium; ebenso wie Podcasts eine neue Renaissance erleben derzeit.

Was sind aus ihrer Sicht die Vorteile von E-learning?

Dank der Digitalisierung ist es heute so einfach wie nie zuvor Arbeiten und Lernen zu integrieren; das Lernen auf Vorrat hat somit ausgedient. Die Mitarbeiter können sich Lerninhalte dann ziehen, wenn sie es brauchen – im Prozess der Arbeit, bei der Problemlösung.

Wie lösen Sie die Notwendigkeit von direktem Feedback und Interaktion?

E-Learning ist für mich in erster Linie Digitales Lernen, das heißt sowohl asynchron als auch synchron. Wenn ich für ein bestimmte Thema direktes Feedback und Interaktion benötige, wähle ich das entsprechende Lernformat: zum Beispiel Webinare. Hier kann ich einer kleinen Gruppe von Personen, die global verstreut sitzen, sehr individuell ein Thema vermitteln und diese anleiten, direkt auszuprobieren, miteinander zu interagieren, zu diskutieren etc.

Selbstverständlich kann ich aber auch ein Web-Based Training so didaktisch aufbauen, dass der Lerner möglichst viel mit dem System und dem Inhalt interagiert und im Anschluss an die WBT-Bearbeitung eine virtuelle Q&A-Session anbieten, bei dem dann direkt Fragen etc. beantwortet werden können.

Wie sehen Sie ihr Unternehmen im Vergleich zu anderen?

Gute Mittelfeld: wir haben erkannt, dass das Thema Digitales Lernen wichtig und notwendig ist und auch immer wichtiger wird in einer globalisierten Welt. Wir sind noch nicht konsequent genug, was die tatsächliche Umsetzung von Trainingsmaßnahmen anbelangt; das heißt derzeit wird nach wie vor ein Präsenztraining immer dem virtuellen Training vorgezogen. Das wird sich aber sukzessive Ändern, da bin ich mir ziemlich sicher.

Möchten Sie noch etwas hinzufügen?

Nein.

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