Lerntheorie

Um E-Learning anzuwenden ist es zunächst interessant, zu verstehen wie wir lernen. Das kann man am Besten durch die verschiedenen Lerntheorien verstehen. Die unterschiedlichen Theorien können von hoher Relevanz für die Gestaltung von E-Learning Umgebungen sein. Man unterscheidet zwischen drei Lerntheorien, zum einen Behavorismus, Kognitivimus und Konstruktivismus.

Behaviorismus
Wie sich aus dem englischen Begriff „Behavior“ (=Verhalten) ableiten lässt, ist dies ein Teilbereich der Psychologie. Hier wird nur die objektive und messbare Verhaltensweise eines Menschen herangezogen, um Untersuchungen durchzuführen. Diese Theorie behauptet, dass alle Menschen, die geboren werden gleich sind. Des Weiteren, dass man durch antrainierte Verhaltensweisen alle Reaktionen des Menschen vorhersehen könne.

Unter Behaviorismus verstehen Brunner & Zeltner:

„Die Richtung oder Schule in der Psychologie, die von einem naturwissenschaftlichen Standpunkt aus tierisches und menschliches Verhalten untersucht wird“.

Es wird nur das beobachtbare, das sogenannte offene Verhalten zur psychologischen Betrachtung herangezogen.
Unter der Definition von Oldenbach lässt sich Behaviorismus, als die am meisten verbreitete und einflussreichste Richtung, in der amerikanischen Psychologie verstehen. Hier ist nur das objektiv beobachtbare und messbare Verhalten Gegenstand der Forschung. Man nimmt an, dass alles Verhalten durch Erfahrung bzw. durch Lernen entsteht.

Kognitivismus
Bei Kognitivismus betonen Kognitionspsychologen die vermittelnden kognitiven Prozesse im Organismus zwischen diesen beiden Variablen. Lernen wird dabei also als Informationsverarbeitungsprozess verstanden, bei dem Wahrnehmungs-, Denk- und Gedächtnisprozesse Berücksichtigung finden. Besondere Bedeutung spielen mentale Modelle und Schemata. Aktuelle Theorien zum multimedialen Lernen stellen in aller Regel kognitive Ansätze dar. Prominenteste Beispiele sind die Cognitive Load Theorie oder die kognitive Theorie multimedialen Lernens.

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Quelle

Konstruktivismus
Der Begriff Konstruktivismus wird im E-Learning Kontext von verschiedenen Forschern unterschiedlich definiert. Im Folgenden soll darunter ein Lernansatz verstanden werden, der den Lernenden als selbstverantwortliche, aktive Personen im Hinblick auf ihren Wissenserwerbsprozess darstellt. Konstruktivistische Lernumgebungen beinhalten mehrere Merkmale, die den Lernprozess unterstützen sollen:

Wissenskonstruktion: Konstruktivistische Lerntheorien betonen die aktive Konstruktion von Wissen. Konkret bedeutet dies: Lernende interpretieren und transformieren neue Informationen auf Wissen das bereits vorhanden ist und aktiv vom Lernenden abgerufen werden kann.

Kooperatives Lernen: Eine weitere wichtige Grundannahme bezieht sich auf das gemeinschaftliche (kollaborative) Lernen mit anderen Lernern, Lehrern und weiteren Personen, durch welches die Wissenskonstruktion unterstützt werden soll. Besonders beim Lernen mit anderen Lernenden nimmt man die Lernförderlichkeit aufgrund ähnlicher Verständnisniveaus an.

Selbstregulation: Unter Selbstregulation werden eine Reihe von Teilaspekten subsumiert. Beispielsweise fallen hierunter die metakognitiven Fähigkeiten wie das Setzen von (Lern-)Zielen, aber auch Selbstbeobachtung, Selbstbewertung und Selbstverstärkung während des Wissenserwerbs.

Authentische Lernsituation: Im Kontext konstruktivistischer Lerntheorien sollten Lernsituationen vorzugsweise praxisbezogen bzw. authentisch sein. Hierzu können Lernende mit komplexen, schlecht strukturierten Problemen konfrontiert werden – ähnlich den Problemsituationen, die sie auf ihrer zukünftigen Arbeitsstelle antreffen. Vielschichtige Probleme zeichnen sich durch zahlreiche interagierende Elemente und der Möglichkeit multipler Lösungsansätze aus. Im Zusammenhang solcher Problemsituationen wird auch häufig vom entdeckenden Lernen (discovery learning) gesprochen.